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Du hast nichts zu verbergen. Trotzdem schreibt jemand mit.
Irgendwo wird mitgeschrieben, nicht weil du etwas falsch gemacht hast, sondern weil das, was du tust, für jemanden nützlich ist, den du nie danach gefragt hast.
Das ist kein Vorwurf an dich. Es ist einfach so eingerichtet, leise und kaum sichtbar, dass man es fast nicht mehr bemerkt.
Es ist auch ein Geschäft: Wenn etwas kostenlos ist, bist meist du selbst die Ware. Was du tust, wo du bist, was dich umtreibt, wird gesammelt und weiterverkauft.
Doch wer spürt, dass jemand zuschaut, macht sich ein bisschen kleiner, ganz von selbst, ohne es zu wollen.
Man wählt die vorsichtigeren Worte, den unauffälligeren Weg, die Meinung, mit der man nirgends aneckt.
Das ist keine Einbildung: Sobald wir wissen, dass jemand zuschaut, verhalten wir uns vorsichtiger, nicht, weil wir etwas falsch gemacht haben.
"Ich habe doch nichts zu verbergen" klingt beruhigend, schützt am Ende aber nicht dich, sondern den, der mitschreibt.
Das ist kein Naturgesetz und kein Schicksal. Es ist eine Entscheidung, getroffen von denen, die am Mitschreiben verdienen, und Entscheidungen kann man ändern.
Dabei ist der Gedanke so einfach wie freundlich: Niemand hat das Recht, alle dauerhaft im Blick zu behalten. Der faire Gedanke ist einfach: Wer Macht hat, soll durchschaubar sein. Wer keine hat, soll in Ruhe gelassen werden.
Und vielleicht noch schöner: Menschen können ihr Zusammenleben gemeinsam regeln, auf Augenhöhe und freiwillig, und einander vertrauen, ganz ohne jemanden, der von oben über sie wacht.
Stell dir vor, wie leicht das wäre, sich wieder frei zu bewegen, ohne das leise Gefühl im Nacken, dass jemand zusieht.