07 / 18
Erst wenn es zu spät ist, wird Politik persönlich.
Du hast mit Politik nichts am Hut. Verständlich, der Alltag ist anstrengend genug. Aber die Politik hat etwas mit dir am Hut, ob du willst oder nicht.
Eine Partei, die der Verfassungsschutz in mehreren Bundesländern als gesichert rechtsextrem führt, ist in den Umfragen gerade die stärkste Kraft im Land.
Du musst niemanden hassen und in keine Partei eintreten. Es geht nicht um links oder rechts, es geht um oben und unten.
Eine starke Spitze, egal wer dort sitzt, kann eine Gesellschaft von oben übernehmen. Schwer zu übernehmen ist nur eine, die sich von unten selbst trägt.
Aber wegschauen schützt dich nicht. Wenn sich Macht verschiebt, reicht sie bis in deinen Alltag: welche Nachrichten du hörst, wer bleiben darf, was als normal gilt, was du noch laut sagen kannst.
Alle paar Jahre ein Kreuz zu machen, ist ein dünner Schutz. Wirklich stark wird eine Gesellschaft erst, wenn viele Menschen sich kennen und füreinander einstehen.
Die beste Antwort auf einen starken Mann ist nicht ein anderer starker Mann. Es ist eine Gesellschaft, die auf vielen Schultern ruht, in der niemand über die anderen herrscht, und die sich von oben gerade deshalb nicht so leicht kapern lässt.
Das klingt unspektakulär: Nachbarn, die einander kennen. Gruppen, die sich selbst organisieren. Hilfe, die nicht auf Erlaubnis wartet. Genau das ist es, was autoritäre Politik am meisten fürchtet.
Es fängt klein an, mit einem Gespräch, einer Nachbarschaft, einer Gruppe.
Du musst kein Held werden. Aber du wirst gebraucht, und du bist damit nicht allein.