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Dein Lohn wird sofort besteuert; ihre Milliarden kaum.

Eine Milliarde, das klingt nach sehr viel Geld. In Wahrheit ist es so viel, dass kein Mensch es durch Arbeit je verdienen könnte.

Verdien richtig gut, 5.000 Euro netto im Monat, und gib nie einen Cent aus: Für eine einzige Milliarde müsstest du trotzdem über 16.000 Jahre arbeiten; du hättest anfangen müssen, lange bevor Menschen den Ackerbau erfunden haben.

So viel schafft niemand mit den eigenen Händen. Solche Vermögen kommen aus Eigentum, aus Firmen, Aktien, Boden, und aus der Arbeit vieler tausend Menschen. Ihr Ertrag landet am Ende bei wenigen.

Wäre Reichtum der Lohn für Mühe, müssten Pflegekräfte und Paketboten zu den Reichsten gehören. Sind sie aber nicht, wie jeder weiß.

Es ist schon schlimm, dass die meisten Menschen an allen Ecken und Enden sparen müssen, während wenige ein dekadentes Luxusleben führen. Verschärft wird die Problematik dadurch, dass Geld zusätzlich Macht vermittelt: Wer Zeitungen, Sender oder ein ganzes soziales Netzwerk kaufen kann, bestimmt, was Millionen täglich sehen und für normal halten. Und wer Wahlkämpfe finanziert und Heere von Lobbyisten bezahlt, sitzt mit am Tisch, an dem über die Regeln entschieden wird, während 99,9 % draußen bleiben. Auf dem Wahlzettel zählt jede Stimme gleich. Beim Einfluss längst nicht mehr.

Und während von deinem Lohn jeden Monat sofort Steuern abgehen, wächst ein Milliardenvermögen oft jahrelang fast steuerfrei. Das ist kein Naturgesetz, das sind Gesetze, die Menschen gemacht haben, beeinflusst von den Einflüsterern der Reichen.

Es geht nicht um Neid. Es geht um Gerechtigkeit, darum, dass nicht manche wörtlich im Geld schwimmen und viele bei jedem Einkauf überlegen müssen, was sie sich leisten können.

Dass es auch anders geht, zeigen etliche Betriebe, die denen gehören, die darin arbeiten (und deshalb gut verdienen), und Wohnungen, die denen gehören, die darin leben (und deshalb günstig sind, in Großstädten teils 6 Euro pro Quadratmeter).

Solche Ansätze können natürlich nur im großen Maßstab dazu führen, dass es vielen, vielen Menschen besser geht, wenn sich die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse ändern. (Ja, wir sagen bewusst „viele“ und nicht „alle“: dass es allen gut geht, wäre ein paradiesischer Zustand, so weit von heute entfernt, dass es lebensfremd wäre, ihn zum sofortigen Ziel zu machen.)

Reich wird niemand allein. Was viele gemeinsam schaffen, sollten auch viele gemeinsam bestimmen.