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Du darfst wählen, wer über dich bestimmt. Was du willst steht nicht auf dem Zettel.

Alle vier Jahre hält man dir einen Zettel hin, und für einen Moment fühlt es sich an, als ginge es wirklich um dich.

Dann ist der Moment vorbei, und das Leben geht weiter, ungefähr so wie vorher.

Deinen Chef hat niemand gewählt, deinen Vermieter auch nicht. Und trotzdem bestimmen sie über die Stunden deines Tages und das Dach über deinem Kopf.

Zwischen zwei Wahlen fallen tausend Entscheidungen über deine Miete, deine Stunden, deinen Lohn. Gefragt wirst du dabei nicht, und das ist kein Versehen, sondern so eingerichtet.

Auf dem Zettel steht, wer entscheidet. Nicht, worüber entschieden wird. Und nicht, ob du dabei bist.

Und wen du einmal gewählt hast, den kannst du hinterher nicht mehr zurückholen, auch dann nicht, wenn er dich enttäuscht.

Das ist kein Naturgesetz. Das haben sich Menschen ausgedacht, in einer Zeit, in der die Wenigen oben bewusst verhindern wollten, dass die Vielen direkt mitbestimmen. Was so gebaut wurde, können Menschen auch anders bauen.

Es gibt sie ja, die es anders versuchen: Leute, die ihre gemeinsamen Dinge miteinander regeln, auf Augenhöhe, freiwillig, ohne dass einer einfach über die anderen bestimmt.

Diese Idee ist älter, als man denkt, und näher, als man glaubt.

Vielleicht ist das einen zweiten, ruhigen Blick wert, nicht, was du wählen sollst, sondern was zwischen uns allen möglich wäre.