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Man sagt, dir gehört die Zukunft. Wem gehört sie wirklich?
Man sagt, du sollst etwas aus dir machen. Aber in welcher Welt?
Klima, Mieten, sichere Jobs: Über vieles, das deine Zukunft trägt, ist schon entschieden, bevor du mitreden darfst. Das ist keine Schwarzmalerei, das spüren gerade sehr viele.
Über deine Zukunft entscheiden gerade Leute, die die Folgen nicht mehr erleben. Du erlebst sie, und einen Teil der Zeit darfst du nicht einmal wählen. Kein Naturgesetz, so ist es eingerichtet.
„Da kann man eh nichts machen“ fühlt sich nüchtern an, ist aber vor allem bequem für alle, die wollen, dass alles so bleibt. Nichts hält Macht so sicher wie der Glaube, dass sich nichts ändern lässt.
„Sei resilient, mach was aus dir“ lädt eine geteilte Lage bei dir allein ab. Aus steigenden Mieten oder dem Klima kann sich niemand hinausoptimieren, das wäre, als kämpfte jeder für sich gegen den Regen, statt gemeinsam ein Dach zu bauen.
„Dir gehört die Zukunft“, heißt es. Aber wer entscheidet, was gebaut wird und wohin das Geld fließt? Meist die, denen schon das meiste gehört. Die Frage ist nicht, ob du genug aus dir machst, sondern wer bestimmt, was du aus dir machen kannst.
„Stell dich nicht so an“ ist kein Argument, sondern eine Parole, die unbequeme Fragen verstummen lässt. Ernst genommen werden zu wollen ist keine Anmaßung, sondern der erste Schritt zu einem würdigen Leben.
Zukunft entsteht da, wo Menschen sich zusammentun und Dinge selbst in die Hand nehmen, auf Augenhöhe. Du musst sie nicht allein retten, aber du kannst ein Faden in einem Netz sein, das sie trägt. Gegeben wird sie dir nicht, aber gemeinsam können wir sie uns nehmen.
Zukunft ist nichts, was man dir gibt, sondern was viele gemeinsam nehmen. Du bist damit nicht allein.